Furry FM - Wer war Juma und warum musste er sterben?

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Wer war Juma und warum musste er sterben?

By Veröffentlicht August 11, 2016

Wer war Juma - warum musste er sterben? Die Olympischen Spiele in Rio starten unter blutigen Vorzeichen.

Unter den halb geschlossenen, tagträumenden Augen des Christo Rendetor auf dem Corcovado in Rio spielen sich tagtäglich viele unangenehme Dinge ab:

Brasilien wird von einer erschütternden finanziellen Depression heimgesucht, die Regenwälder werden von Firmen wie Maggi für Sojafelder gebrandrodet, die Kluft zwischen Arm und Reich weitet sich aus, bedrohte Tierarten sterben im Stundentakt (!) aus, hunderttausende Leute hausen in bunt angemalten Wellblechsiedlungen.

Für die Bewohner Rios gibt es wenig auf das man momentan stolz sein könnte – nur eine einzige Quelle für warmherzigen Nationalstolz ist ihnen momentan noch geblieben:
Denn während ich diese Zeilen hier schreibe werden gerade die Olympischen Spiele in Rio ausgetragen. Die stolze, klassische Tradition der alten Griechischen Meister ist endlich im Land des Bossa Nova angelangt.

Wusstest du eigentlich, lieber Leser, dass damals bei den antiken Spielen in Olympia massive Tieropfer dargebracht werden mussten? Kein Scherz! Einhundert (!) blumenbekränzte Stiere wurden damals vor den Aschenaltar vor dem Tempel des Zeus geführt und als Zeugnis der Gottesfurcht einer nach dem anderen geopfert.

Wenn man sich nun die Spiele in Rio betrachtet, würde man hoffen dass diese Tradition sich nicht ins einundzwanzigste Jahrhundert gerettet hat – aber die Veranstalter der Olympischen Spiele haben uns dieses Jahr eines Besseren belehrt.
In Rio de Janeiro durfte dieser Aspekt der Spiele sein gloreiches Comeback feiern – wenn auch in abgewandelter Form!

Über zweitausend Jahre musste der Olympische Boden auf den metallenen Geschmack von Blut verzichten – jetzt ist er wieder da:

riog olympics jaguar

Hier sehen wir ein Foto von Juma dem Jaguar, der mit majestätischer Gleichmut auf einem Pflasterweg sitzt, während zwei wichtig dreinschauende Mittzwanziger mit grüngraubraunem Camouflage-Anzug und hochgekrempelten Ärmeln ihn an einer Kette still halten und ein unrasiertes Bübchen mit unnatürlich hoher Stirn in die Kamera lugt und sich nicht entscheiden kann ob er lächeln möchte oder gleich in Tränen ausbricht.

Man schaut lange genug auf das Photo und bekommt unwillkürlich den Eindruck als ob die Stirn-Kreatur die Fackel absichtlich derart demonstrativ über Juma den Jaguar gehalten hat und gerade mit der Entscheidung ringt, ob er ihn nicht jetzt gleich schon auf dem Aschealtar verbrennen möchte.

Am 22sten Juni 2016 wurden die Olympischen Spiele in Rio mit einer offiziellen Zeremonie eröffnet – in einer Parade, angeführt von Vertretern des Militärs sowie dem berühmten Olympischen Fackelträger. Zu dieser Parade wurde auch Juma, ein männlicher Jaguar an einer Kette mitgeschleppt. Der Jaguar ist das Nationaltier Brasiliens - und in Zeiten der Krise tut es gut, sein Nationaltier stolz vor der Kamera posieren zu sehen. Was dann allerdings nicht ganz so gut tut, ist wenn Juma das tut was jedes Wesen das an einer Kette angeleint ist eben tut, nämlich versucht, sich von der Kette zu reißen.

Obwohl Juma von zwei Militärs festgehalten wurde konnte er sich tatsächlich befreien. Würde die Geschichte hier enden, würde ich das als Happy End bezeichnen. Doch leider endet die Geschichte nicht hier. Die Raubkatze flüchtete in einen nahegelegenen Militärzoo - ein einziger (!) Soldaten im Tarnkappen-Outfit wurde ausgeschickt um ihn wieder einzufangen. Der Soldat der Juma bald schon in die Ecke gedrängt hatte wurde dann selbstverständlich angegriffen und benutzte zuerst ein Betäubungsgewehr um Juma außer Gefecht zu setzen. Als der Soldat dann erkannte dass dies aber nicht ausreichen würde, musste er Juma mit einem Nicht-Betäubungsgewehr in den Kopf schießen. Der Raubkater war augenblicklich tot.


juma 2


Das Olympische Gremium:
Es war ein Fehler, ein angekettetes wildes Tier direkt neben dem Olympischen Feuer - einem Symbol des Friedens und der Einheit der Völker - zu platzieren. Eine derartige Situation werde sich während der Spiele nicht wiederholen.

Man beachte die zynische Art und Weise wie über das Leben Jumas gesprochen wird. Die Integrität und Symbolkraft der zu groß geratenen Kerze, die Captain Geheimratsecken in den Händen gehalten hat scheint dem Veranstalter im Nachhinein wichtiger zu sein als die Tatsache dass hier ein schönes, unschuldiges Tier für Brasiliens Publicity in Ketten gelegt und ausgenutzt wurde und dabei ums Leben gekommen ist.

Lasst uns zwei Aspekte der Geschichte einmal unter der Lupe betrachten und eine kleine Verschwörungstheorie aufstellen:

Erster Aspekt:
Ein Jaguar, der sich dem Griff von zwei starken Männern entrissen hat flüchtet in einen Zoo und man sendet EINEN (!) Soldaten, der ihn wieder einfangen soll? Selbst wenn er ihn nur betäuben sollte ist ein Jaguar der langsam einem Betäubungsmittel unterliegt immer noch ein harter Kämpfer. Wer sendet unter diesen Umständen einen einzigen Mann?
Entweder ist der gesamte Führungsstab der Militäreinrichtung in Manaos hirntot -
Oder - und hier nähern wir uns meiner Spekulation - der Soldat hatte nicht die Aufgabe den Jaguar einzufangen, sondern ihn schlicht und ergreifend umzubringen.

Zweiter Aspekt:
Sämtliche Newsoutlets die über dieses Thema berichteten stellten es so dar als ob der Soldat - während der Jaguar zum Angriff überging (!) - zuerst ein Betäubungsgewehr ausprobierte, dann aber augenblicklich merkte dass das Betäubungsmittel nicht anschlug. Dann warf er das Betäubungsgewehr weg, zückte eine echte Pistole, feuerte und den Jaguar zielsicher in den Kopf traf. Entweder wir haben hier einen Supersoldaten, einen wahren Lucky Luke, der während ein Jaguar ihn anspringt zwei verschiedene Gewehre ausprobiert - der die Wirksamkeit eines Betäubungsmittels innerhalb von wenigen Sekunden ermitteln kann Oder - und hier befinden wir uns dann im weiten Land der Verschwörungstheorien - der Befehlsstab von Manaos versucht den Vorfall weniger schlimm darzustellen als er es tatsächlich war.

Meine Verschwörungstheorie:
Der Soldat bekam die einfache Aufgabe Juma zu töten, nicht die schwierige Aufgabe ihn wieder einzufangen. Der Presse gegenüber wurde der Mord an Juma dann ein bisschen beschönigt dargestellt.

Ich möchte betonen: Das hier ist Spekulation! Reine Spekulation! Es gibt keine direkten Beweise dafür dass der Soldat den Befehl hatte Juma umzubringen. Aber die Geschichte hört sich in meinen hellhörigen Fuchsohren wirklich sehr, sehr seltsam an und das wollte ich gerne in diesem Artikel hier an euch weitergeben.

Ich mag voreingenommen sein, aber die Vorstellung dass der Soldat der Juma in den Kopf geschossen hat ruhig schlafen kann ist mir zuwider! Es mag Notwehr gewesen sein oder nicht – von Verletzungen seinerseits hatten meine Quellen nichts zu berichten – aber selbst ein Mord aus Notwehr sollte einem doch schlaflose Nächte bescheren, oder? Ich hoffe dass seine Hände gezittert haben und ich hoffe dass er eine Träne verdrücken musste – alles andere würde ihn in meinen Augen zu einem Monstrum machen.
Man kann nur hoffen dass Zeus den Jaguar Juma als Opfer akzeptiert hat und der Raubkater ein schönes Zuhause auf den Gipfeln des Olymp finden wird, denn hier unten hatte er keines.



Cheers,

Echte Sinte

Last modified on Samstag, 13 August 2016 21:01

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